Ahnenschwund

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Viele haben es sicherlich schon erlebt, manche hat es überrascht und doch hat es mich jedesmal fasziniert. Es gibt die sogenannten Fälle von Ahnenschwund auch Implex genannt. Das passiert immer dann, wenn sich bei einer Person die Vorfahren wieder überkreuzen, also z. B., dass der Vater und die Mutter die gleichen UrGroßeltern haben. Einige Fälle aus meiner Familie möchte ich hier kurz skizzieren. Angefangen von einem, wie ich finde ziemlich krassen Fall, bei dem beide Eltern des Ehepaares Geschwister voneinander waren, bis hin zu einem Fall aus Hessen, wo sich die Linien erst viele Generationen später in Elberfeld (Wuppertal) wieder treffen. Während der eine Fall vermutlich gesteuert worden ist, war es bei dem anderen Fall wohl doch eher Zufall gewesen.

 

Janna Maria Christina SCHULZE ZUR WIESCH wurde am 21. Mai 1794 in Lerche (Kamen) geboren.

1. Generation (Eltern)

Ihre Eltern sind die am 12. November 1789 in Herringen (Hamm) verheirateten Albert Johann Henrich RAVE, getauft am 7. August 1762 in Altenbögge-Bönen (Hamm), und Anna Christina Catharina SCHULZE ZUR WIESCH, geboren am 23. September 1768 in Wiescherhöfen (Hamm). Bei den Eltern der beiden handelt es sich um:

2. Generation (Großeltern)

Johann Heinrich SCHULZE ZUR WIESCH, getauft am 5. November 1734 in Herringen (Hamm) und Clara Elsabein BRAND, getauft am  8. März 1730 in Altenbögge-Bönen (Hamm). Die Heirat fand statt am 8. März 1730 in Altenbögge-Bönen (Hamm). Johann Heinrich wird nach seiner Heirat in den Kirchenbüchern von Altenbögge-Bönen zumeist Raven geschrieben. Bei seinem Tod wird er im Kirchenbuch geschrieben als "Schulz zur Wiesch genannt Rave". Die Ursache ist, dass seine Ehefrau in erster Ehe mit einem Raven verheiratet war und er auf diesen Hof eingeheiratet hat.

Die Eltern der Ehefrau sind Johann Wilhelm SCHULZE ZUR WIESCH, geboren am 1. Oktober 1736 in Wiescherhöfen (Hamm), sowie die am 19. März 1746 in Altenbögge-Bönen (Hamm) getaufte Anna Christina BRAND. Die Heirat findet am 7. Februar 1765 in Herringen (Hamm) statt.

Die Geburtsnamen der Väter sind also bereits gleich (SCHULZE ZUR WIESCH), genau wie die Geburtsnamen der Mütter (BRAND).

3. Generation (Ur-Großeltern)

Und tatsächlich, schaut man sich die weiteren Vorfahren an, so sind die Eltern von Johann Heinrich SCHULZE ZUR WIESCH und von Johann Wilhelm SCHULZE ZUR WIESCH identisch, nämlich Albert Raben HABS (HABBES) und Anna Catharina SCHULZE ZUR WIESCH.

Und auch bei den Ehefrauen Clara Elsabein BRAND und Anna Christina BRAND sind es die gleichen Eltern, nämlich Hermann BRAND und Anna Christina V. BUTTEL.

 


Damit nicht genug wiederholt sich diese Konstellation noch einmal in ganz ähnlicher Form:

Janna Dorothea Friederica BRAND wurde am 9. November 1809 in Weetfeld (Hamm) geboren.

1. Generation (Eltern)

Johann Hermann BRAND heiratete am 20. September 1808 in Altenbögge-Bönen (Hamm) Janna Maria Christina Sybilla RAVEN.

2. Generation (Großeltern)

Die Eltern des Ehemanss sind Johann Hermann BRAND verheiratet am 30. Januar 1765 in Altenbögge-Bönen (Hamm) mit Anna Christina SCHULZE ZUR WIESCH.    

Die Eltern der Ehefrau sind Johann Heinrich SCHULZE ZUR WIESCH genannt RAVEN und Anna Catharina Maria Elisabeth JOERMANN, verheiratet am 18. Juli 1776 in Altenbögge-Bönen (Hamm).

3. Generation (Ur-Großeltern)

Die weiteren Eltern sind die oben schon einmal genannten Hermann BRAND und Anna Christina V. BUTTEL.  Der oben ebenfalls schon erwähnte Albert Raben HABS und die Anna Catharina SCHULZE ZUR WIESCH waren die Eltern sowohl von Anna Christina SCHULZE ZUR WIESCH als auch von Johann Heinrich SCHULZE ZUR WIESCH.

Hierbei ist die Verzahnung nicht ganz so intensiv, aber auch schon außergewöhnlich.

 


Als  meine Urgroßeltern Rudolf Wilhelm Paul BOCKHACKER und Emilia Margareta NOLTE 1903 in Oberstedten heiraten ahnen sie sicher nicht, dass sie viele Generation vorher über die gleichen Vorfahren verfügen. Umso erstaunlicher ist diese Verbindung, weil mein Urgroßvater in Elberfeld (Wuppertal) geboren wurde, meine Urgroßmutter aber in Oberstedten in Hessen. Möglich war das letztendlich nur deshalb, weil eine seiner Vorfahrinnen Reichenborn verlassen und in Hückeswagen lebend in die Familie Bockhacker eingeheiratet hat.

Hier die Verbindung in tabellarischer Darstellung: